Pflasterungen und Pflastersteine können als Bahnfracht aus China angeliefert werden

4 Februar 2019
 Kategorien: Handwerke & Hobbys, Blog

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Für eine Bahnfracht aus China für Pflasterungen, beispielsweise von der Meister Granit OG, stehen zwei Routen zur Verfügung. Eine Süd- und eine Nordroute. Beide Wege starten im ländlichen Norden der Volksrepublik China. Knotenpunkt beider Trassen ist Jekaterinburg in Russland. Von dort führen sie über die Gleise der transsibirischen Eisenbahn nach Europa. Auf der Nordroute fährt der Zug durch Sibirien und die Mongolei. Die südliche Trasse liegt in Kasachstan, Weißrussland, Russland und Polen. Die Züge fahren in beide Richtungen. Ziel- Start- und Umladebahnhöfe in Deutschland sind unter anderem Regensburg in der Oberpfalz, Hamburg, Duisburg und Leipzig. Komponenten von Elektronikartikeln, zum Beispiel werden aus Nordrhein- Westfalen, werden nach China transportiert. 

Manche Firmen chartern ganze Züge. Die Beförderung von Einzelcontainern ist jedoch auch möglich.

Ein Zug kann 45 Container transportieren. Zum Vergleich: Die Frachtkapazitäten der großen Containerschiffe liegen bei 19.000 Standardcontainern pro Schiffsladung. Das Zeitfenster des Seewegs von der Ostküste Chinas nach Hamburg beträgt 30 Tage. Der Transport der Bahnfracht aus China dauert zwischen 12-16 Tagen. Transportiert werden vorwiegend Teile für die Automobilindustrie, Bekleidung und Kosmetika. Allerdings ist nicht jede Fracht für den Transport durch die kalten Regionen geeignet.  Im Schnitt fahren die Züge 120km/h und legen, je nach Strecke zwischen 10.000-12.000 Kilometer zurück. Die Güterzüge kommen mit 45 Containern in Europa an. Da nach europäischer Richtlinie Frachtzüge nicht länger als 640 Meter lang sein dürfen. Während der Fahrt außerhalb Europas sind an eine Lok jeweils wesentlich mehr Frachtwaggons gekoppelt.  Die Luftfracht mit ihrer Express-Zeit von 1-2 Tagen und einem hohen Preisniveau wird vergleichsweise wenig in Bezug auf die transportierte Menge genutzt.  Die Kosten für den Transport mit dem Zug liegen ca. 50% über dem Preis für die Seefracht. Bei dem Landweg können Probleme mit der Zollabfertigung auftreten. Entlang der Eisenbahntrasse müssen auf beiden Routen jeweils mindestens fünf Länder durchquert werden. Außerdem nutzen Europa und China eine andere Spurweite als die Länder der russischen Föderation. Die Güterzüge müssen deshalb an den Grenzen von Polen nach Weißrussland und an der Grenze zwischen Russland und Mongolei, sowie Kasachstan, umgespurt werden. Aus technischer Sicht ist dieser Prozess problemlos umsetzbar, erfordert jedoch einen hohen Zeitaufwand. Die Transsibirische Eisenbahn stellt somit den Engpass der Route von China nach Europa dar. Aus diesem Grund ist die Strecke fast komplett ausgelastet. Eine weitere logistische Schwierigkeit ist der teilweise einspurige Verlauf der Streckenführung. 

Jährlich werden über 40.000 Container verfrachtet, die auch Pflastersteine enthalten, Tendenz steigend. Eine deutliche Erhöhung der Frachtkapazitäten ist jedoch ohne eine Angleichung der Spurweiten nicht möglich. Auch eine komplett neue Trasse und Route ist in Planung, wird jedoch aus finanziellen Gründen und politischen Szenarien der Region noch einiges an Zeit brauchen.  Die Zugverbindungen zwischen Asien und Europa haben eine lange Tradition. Die politische Situation nach dem 2. Weltkrieg und die Spannungen des Kalten Krieges führten zu einer deutlichen Vernachlässigung der Strecke bezüglich des Güterverkehrs. Die Nachfrage und Nutzung der Bahnfracht von China, den Pflasterungen und Europa hat im Handel zwischen den beteiligten Ländern in den letzten Jahren jedoch deutlich zugenommen.